REINHEITSGEBOT
Dass der Firmengründer Kaspar Pfaudler ein ganz besonderes Verhältnis zum deutschen Reinheitsgebot hatte, liegt wohl daran, dass er Braumeister war. Das erklärt auch, warum die Erfolgsgeschichte von Pfaudler im Brauereigewerbe und in der Lebensmittelindustrie beginnt. Dass Pfaudler heute weltweit in allen Flüssigkeitsprozessen bis in die Ultra-Clean-Bereiche zuhause ist, ist die reine Konsequenz kompromissloser Qualität.
VON "HOLZFASS" BIS "HIGHTECH"
Oder "Why does some milk taste better?"
Das glückliche Zusammentreffen von Pfaudler, Stahl und Email ist dem Bier zu verdanken. Und doch war es keine Bierlaune, sondern echter Weitblick, der den Braumeister Kaspar Pfaudler schon im letzten Jahrhundert dazu bewegte, das Holzfaß gegen emaillierte Stahltanks auszutauschen.

Die Überlegenheit des Stahlemails war offensichtlich - offensichtlich aber nicht für jeden: Kaspar Pfaudler musste bis nach Nordamerika reisen, um finanzkräftige und weitsichtige Unterstützung zu finden. 1884 wurde "The Pfaudler Co." in Rochester im Staate New York gegründet - der Grundstein für die Erfolgsstory von Pfaudler - und damit des Stahlemails - war gelegt.
Bereits nach wenigen Jahren hatte sich Stahlemail in der gesamten Getränkeindustrie durchgesetzt - die einzigartige Reinheit und leichte Pflege der glasglatten Innenwände ermöglichte erstmals eine echte Garantie für gleichbleibende Qualität. Und genau diese unbestechliche Qualität öffnete dem Pfaudler-Stahlemail die Tür zu einem neuen wachstumsstarken Markt - zur chemischen Industrie.
Die im Vergleich zur Lebensmittelindustrie unvergleichlich höheren Anforderungen an Korrosionsbeständigkeit, Ausdehnungsverhalten, Haftfestigkeit, chemische Beständigkeit und mechanische Belastbarkeit konnte nur der Werkstoff Stahlemail wirklich erfüllen.
Heute baut Pfaudler seine führende Stellung bei verfahrenstechnischen Anlagen weiter aus: Emaillierte Apparate, Komponenten, Reaktor-Systeme, Knowhow und die unbezahlbare Service-Sicherheit von Pfaudler machen den Werkstoff Stahlemail zum echten "Wertstoff"!
ES BEGANN EINMAL IN AMERIKA
Die Geschichte der Pfaudler Werke in Deutschland
1884 Der deutsche Braumeister Kaspar Pfaudler gründet in Rochester "The Pfaudler Co." und nimmt die Produktion von emaillierten Stahlbehältern für die Getränkeindustrie auf.
1907 Die Idee mit den emaillierten Behältern stößt in Europa auf großes Interesse, aber die Frachtkosten für die sperrigen, schweren Behälter sind extrem hoch. Der Entschluss steht fest: Eine Fabrikationsstätte in Europa wird errichtet! Wegen seiner zentralen Lage fällt die Wahl auf Deutschland - und dort auf Schwetzingen, einer Stadt im Industriestandort Rhein-Neckar.
1908 Pfaudler Schwetzingen nimmt die Produktion auf - erst nur als Emaillierwerk.
1910 Rohbauhalle und Werkstätten werden errichtet - die Pfaudler Werke AG produziert in eigener Regie mit einer Belegschaft von 120 - 150 Mann. Das Interesse an pfaudleremaillierten Stahltanks ist groß - in den Auftragslisten des ersten Jahres befinden sich neben bekannten Brauereinamen aus Deutschland Firmen aus ganz Europa.

1916 Der erste Weltkrieg: Die Welt hält den Atem an - die Produktion steht still
1921 Die Produktion wird wieder aufgenommen. Es geht steil bergauf. Die Emailliertechnik wird perfektioniert und ermöglicht eine immer bessere Anpassung an individuelle Wünsche der Kunden. Mit der Aufstockung der Öfen können größere Behälter am Stück emailliert werden. Im Laufe weniger Jahre setzen sich pfaudleremaillierte Behälter in der gesamten Getränkeindustrie durch.
1926 Andere Branchen der Lebensmittelindustrie interessieren sich für den Werkstoff Email - nicht in erster Linie als Lagerbehälter, sondern für Produktionsanlagen. Der pfaudleremaillierte beheizbare Rührwerksbehälter wird zum Grundstein für den späteren Erfolg in der chemischen Industrie.
In den 30er Jahren macht die chemische Industrie bereits ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Die hohen und differenzierten Anforderungen, die von der chemischen Industrie gestellt werden - z.B. an Korrosionsbeständigkeit, Ausdehnungsverhalten und Haftfestigkeit - können nur durch eine grundlegende Erforschung des Werkstoffes Stahlemail erfüllt werden.
1935 Herstellung des ersten heizbaren emaillierten Rührbehälters in Europa für die chemische Industrie
1940 Durch den zweiten Weltkrieg reißt die Verbindung zum Stammhaus in Rochester und zu den anderen Werken ab.
1942 Entwicklung des ersten Chemie-Emails bei Pfaudler.
1945 Bereits acht Monate nach Kriegsende wird nach Aufräumarbeiten in Schwetzingen der erste Behälter der Nachkriegszeit emailliert.
1948 Die Zahl der Beschäftigten liegt wieder bei 150 Mitarbeitern. Aber der Verkauf läuft nur sehr schleppend an – die Getränkeindustrie verzichtet wegen der herrschenden Kapitalnot auf die Vorteile von Stahlemail und greift zu billigeren Produkten wie Aluminiumbehältern oder kunststoffausgekleideten Stahltanks. Alle Anstrengungen konzentrieren sich deshalb auf die Produktion und den Verkauf von chemischen Apparaten.
In den 1950er Jahren steigt die Belegschaft auf über 550 Mitarbeiter an.
1953 Das erste säure- und laugenbeständige Chemie-Apparate-Email wird von Pfaudler Schwetzingen entwickelt, weitere Emails folgen. Stetiger Ausbau des Produktionsprogramms.
1957 Das neue Verwaltungsgebäude wird bezogen. Der frühere "große Ofen" wird als Haubenglühofen modernster Konstruktion aufgebaut – Behälter von 50.000 Litern können an einem Stück emailliert werden.
1959 Neue Rohbauhalle und Elektroofen für Behälter bis 80.000 l Inhalt und einer elektrischen Leistung von 2400 kWh.
1962 Neue große Montagehalle.
1965 Entwicklung und Markteinführung des Emails "Nucerite". Verbund: Email und Keramik.
1969 Die ersten emaillierten Messsonden werden bei Pfaudler hergestellt – ein entscheidender Schritt vom Behälter-Produzenten zum Systemanbieter.
1972 Pfaudler baut den größten emaillierten Polymerisationsbehälter der Welt
1976 Erste emaillierte Heiz/Kühl-Schlangen, kurz HRS genannt.
1980 Pfaudler-Patent DE30078718, "Emaillierter Rührer und Verfahren zu dessen Herstellung und Montage", "Cryo-Lock-Verfahren"
1982 Der Hauptofen wird auf ein maximales Behältervolumen von 120.000 Liter ausgebaut.
1984 Aufbau der Pfaudler Service-Organisation: Ersatzteile, Außenmontage und Reemail.
1988 Einführung des neuen Emails WWG: Die chemischen und physikalischen Eigenschaften liegen um 20 Prozent über den bisherigen Emails.
1994 Übernahme durch Robbins & Myers, USA.
1996 Entwicklung mehrstufiger Rührsysteme und entsprechender Spezial-Turbinen (MFI/PBT/FBT/RCI), Gleitringdichtung Pfaudler-flexeal, Neue Ventil-Serie BT, Quatro-Pipe - der multifunktionale Stromstörer, Safety Swing (Überfüllsicherung).
2001 Neuentwicklung Pharma-Email (schwermetallarm) PPG, Markteinführung Glasslook, Fillook, CIP-Ring.
2003 Neue Stromstörerform, C-Stromstörer, bessere Störwirkung. SPC: Intelligente Spreddruckregelung (Seal Pressure Controller)
2004 Rührerfamilie bekommt zuwachs: ProSol MSG, GST …
2005 In der Hauptmontagehalle wird eine Grube eingebracht, um Großbehälter besser aufstellen und montieren zu können. Weiterentwicklung der HRS -> PCC Pfaudler-Clean-Coil
2007 Weiterentwicklung der TBF -> TBX
Heute baut Pfaudler die führende Stellung bei verfahrenstechnischen Anlagen weiter aus. Ein weltweites Netz von Produktions-, Vertriebs- und Servicezentren garantiert räumliche Nähe zu unseren Kunden aus der chemischen, pharmazeutischen und Lebensmittel-Industrie. Aber erst die gedankliche Nähe ermöglicht die komplette Lösung komplexer Aufgaben: „Pfaudler Reaktor-Systems“ ist die Antwort auf die Prozessaufgaben der Zukunft.
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